Antworten von Intervet International auf häufig gestellte Fragen zur Vogelgrippe, 22. Februar 2006
22 February 2006
Stellungnahme zur Entscheidung der Europäischen Kommission:
Intervet begrüßt die Entscheidung der Europäischen Kommission vom 22. Februar 2006, den Plänen der französischen und niederländischen Regierung zu Impfungen gegen die Vogelgrippe zuzustimmen. Intervet unterstützt diese Entscheidung. Schutzimpfungen von Freilandhühnern, für die das Risiko eines Kontaktes mit Wildvögeln als sehr hoch eingestuft wird, kann dazu beitragen, dieses Risiko zu kontrollieren. Wenn Impfungen Teil eines übergeordneten Kontrollprogramms sind, können sie wesentlich zur Kontrolle der Vogelgrippe und zur geringeren Verbreitung des Virus beitragen.
1. Wie kommt es, dass Sie einen Impfstoff für diesen Vogelgrippestamm (H5N1) haben?
Intervet stellt H5-Impfstoffe her, die ausreichend verwandt mit dem gegenwärtigen H5N1-Stamm sind, um einen Schutz zu erzeugen.
2. Wie lange dauert es, bis der Schutz nach der Impfung bei Tieren wirksam wird?
Die Vögel müssen nach der Impfung eine Immunität aufbauen. Wir haben Hinweise darauf, dass der Schutz schon ein bis zwei Wochen nach der Impfung eintritt. Nach drei Wochen gibt es schon einen messbaren Schutz, der ungefähr fünf Wochen nach der Impfung seinen Höhepunkt erreicht. Die Dauer des Schutzes erhöht sich auf ein Jahr, wenn vier bis sechs Wochen nach der ersten Impfung nochmals geimpft wird.
3. Informationen zu anderen Methoden neben der Injektion?
Die gegenwärtig verwendeten Impfstoffe sind inaktivierte Impfstoffe; d.h. das Virus ist inaktiviert (nicht lebend) und für eine gute Immunreaktion muss er gespritzt werden. Intervet prüft die Möglichkeiten des Masseneinsatzes, beispielsweise mit Hilfe von Spray oder Wasser. Dazu muss jedoch ein neuer Impftyp entwickelt werden, z.B. durch Einsatz von biotechnischen Methoden. Forschungsprojekte befinden sich in einem frühen Stadium und es wird einige Zeit dauern, bis ein solches Produkt registriert ist und dann auf den Markt gebracht werden kann.
4. Wie kann man geimpfte Tiere von infizierten unterscheiden?
Der Impfstoff von Intervet basiert auf einem anderen Stamm (H5N2) als der gegenwärtig im Feld auftretende Stamm (H5N1). Wenn man mit H5N2 impft, entwickeln die geimpften Tiere andere Antikörper als die mit H5N1 infizierten Vögel. Diese Antikörper können per Test überwacht werden.
Es stehen grundsätzlich drei Testmethoden zur Verfügung:
- In kleinem Umfang für eine ausgewählte Untersuchung kann nach dem DIVA-Prinzip getestet werden. DIVA ist die Abkürzung für "Differentiating Infected from Vaccinated Animals" (Infizierte von geimpften Tieren unterscheiden). Es handelt sich um einen serologischen Test auf der Grundlage, dass ein anderer Stamm (H5N2) für die Impfung verwendet wird als der gegenwärtig im Feld auftretende Stamm (H5N1). Dieser Test wurde in der Vergangenheit von den italienischen Behörden verwendet.
- Als Prüfalternative oder -ergänzung, ob das Virus in einem landwirtschaftlichen Betrieb im Umlauf ist, kann man einige ungeimpfte Vögel im Bestand belassen (Sentineltiere). Diese Vögel müssen zur Überwachungszwecken eindeutig gekennzeichnet sein. Dieses Prinzip wurde beispielsweise erfolgreich in Aktionen zur Ausmerzung der Krankheit in Italien und Hongkong eingesetzt. Außerdem wurde diese Methode nach dem Ausbruch der Krankheit 2003 für die Neubelegung von niederländischen Geflügelfarmen eingesetzt.
- Zur größer angelegten Überwachung kann auch die so genannte „reverse transkriptase-polymerase Kettenreaktion“ (RT-PCR) verwendet werden. Sie basiert darauf, Teile der Virusgenome zu entdecken. Dieses Verfahren wurde für eine umfangreiche Reihenuntersuchung in Ländern mit Impfungen (Italien und Hongkong) und in Ländern ohne Impfungen (u.a. in den Niederlanden) eingesetzt.
5. Verschleiert die Impfung eine Feldinfektion?
Geimpfte Hühner können sich weiterhin anstecken. Eine geringer Teil dieser Hühner kann noch eine begrenzte Menge des Virus ausscheiden; jedoch zu wenig, um andere Vögel damit anzustecken. Kritik an der Wirksamkeit von Impfstoffen konzentriert sich auf die geringe Ausscheidung und berücksichtigt dabei nicht, dass diese nicht zur Übertragung des Virus führt.
In Hongkong wurde der Impfstoff von Intervet umfangreich auf infizierten Farmen eingesetzt. In diesen Betrieben wurde die Übertragung 18 Tage nach der Impfung vollständig gestoppt. Geimpfte Vögel übertrugen das Virus nicht mehr und wurden somit nicht mehr zu Überträgern (ausgiebige Tests dazu waren erfolgt).
Zusatzinformationen finden Sie auf unserer Website zu diesem Thema http://www.avian-influenza.com/
6. Wer stellt außerdem Impfstoffe gegen die Vogelgrippe her?
Es gibt andere kommerzielle Hersteller; aber auch staatliche oder andere Einrichtungen produzieren Impfstoffe und arbeiten an ihnen. Kommerzielle Produzenten von Impfstoffen gegen die Vogelgrippe auf internationaler Ebene sind Intervet, Merial und Fort Dodge (Wyeth).
7. Wie überträgt sich die Vogelgrippe bei Vögeln untereinander und von Vögeln auf Menschen?
Infizierte Vögel scheiden mit dem Kot hohe Mengen des Virus aus. Das trägt zu einer weiteren Verbreitung bei. Die Übertragung von Vogel zu Vogel erfolgt hauptsächlich durch das Einatmen des Virus. Die Übertragung von einer Geflügelfarm zur anderen geschieht hauptsächlich durch den Kontakt mit verseuchtem Gerät und/oder der Bewegung von Vögeln und Menschen. Menschen können erkranken, wenn sie durch intensiven Kontakt mit infizierten Vögeln hohen Mengen des Virus ausgesetzt sind.
8. Ist der Verzehr von Vögeln, die mit inaktiviertem Vogelgrippeimpfstoff geimpft wurden, sicher?
Stellungnahme Intervet
Um die Gesundheit von Vögeln zu erhalten, werden sie routinemäßig gegen verschiedene Krankheiten geimpft. Geflügelerzeugnisse aus diesen geimpften Vögeln sind SICHER für den Verzehr. Das gilt auch für Vögel, die mit dem Intervet Impfstoff geimpft wurden. Die Wartezeit für den Impfstoff beträgt null Tage. (Unter Wartezeit versteht man den Zeitraum zwischen der letzten Verabreichung eines Medikaments an das Tier und dem Zeitpunkt, wenn das Tier geschlachtet und verzehrt werden kann.
Stellungnahme eines unabhängigen Dritten
Das niederländische Ernährungszentrum (Voedingscentrum) hebt hervor, dass der Verzehr von zubereitetem Hähnchenfleisch sowie von Eiern sicher ist, selbst wenn Vogelgrippe herrscht. Das gilt auch für Hühner, die gegen Vogelgrippe geimpft wurden. Es können sich nur Personen mit dem Virus anstecken, die in engem Kontakt mit kranken oder toten Vögeln sind. Außerdem wird die Regierung alles unternehmen, um sicherzustellen, dass das Virus nicht in Hähnchen und Eiern ist, die verkauft werden. Das schützt nicht nur die Verbraucher, sondern verhindert auch die Verbreitung der Krankheit. Für den theoretischen Fall, dass infiziertes Hähnchenfleisch oder infizierte Eier verkauft würden, würde das Virus beim Kochen nicht überleben.
9. Stellen Sie regelmäßig Impfstoffe gegen die Vogelgrippe her?
Ja, wir produzieren regelmäßig Tierimpfstoffe, um sie vor der Vogelgrippe zu schützen, die durch häufiger auftretende Stämme, wie etwa H9, H5, H7 verursacht wird.
10. Wieviel Impfstoff haben Sie vorrätig? Wie schnell können Sie liefern? Reicht das für die jetzt betroffenen Länder aus?
Wir produzieren besagten Impfstoff regelmäßig. Wir haben ausreichende Lagerbestände für unseren regulären Vertrieb. Im Falle einer plötzlich steigenden Nachfrage können wir unsere Produktion noch erhöhen. Die Liefertermine können jedoch in solchem Fall von ein paar Wochen bis zu einigen Monaten betragen. Das hängt davon ab, in welcher Produktionsphase wir uns bei Bestelleingang befinden und von unseren Lagerbeständen. Wir können nur liefern, wenn wir offizielle Bestellungen bekommen. Wir können bei einer steigenden Nachfrage nicht sofortige Lieferungen garantieren.
11. Wie lange dauert es, um neue Impfstoffchargen herzustellen?
Normalerweise dauert es Monate, wenn man von einem geeigneten Antigen auf Lager beginnt, bevor man eine Charge hergestellt hat und alle erforderlichen Qualitätskontrolltests durchgeführt hat. Selbst wenn man die Herstellung im Bedarfsfall beschleunigt, dauert es trotzdem einige Wochen.
Das Prüfen des Impfstoffes muss gemäß den europäischen Verordnungen zu Antigenen und dem Endprodukt erfolgen. Im Notfall kann die Prüfung des Endprodukts (teilweise) mit behördlicher Genehmigung erlassen werden. Dadurch steht das Produkt früher zur Verfügung.
12. Wo wird Ihr Impfstoff gegen die Vogelgrippe hergestellt?
Intervet produziert routinemäßig Impfstoffe gegen die Vogelgrippe in Mexiko und Spanien.
13. Wie werden die Vögel tatsächlich geimpft?
Ein inaktivierter Impfstoff (auf der Grundlage von H5N2) wird den Vögeln unter die Haut oder intramuskulär injiziert.
14. Wie hoch sind die Kosten zur Herstellung eine Dosis?
Die Kosten pro Dosis betragen einige Eurocent. Wenn Sie sich die Kosten für eine Impfkampagne anschauen, so ist der Preis für den Impfstoff dabei der kleinste Betrag. Eine Kampagne hat ihren Preis und ist arbeitsintensiv.
Pressekontakt:
Sabine Schueller Tel: +31 (0)485 587085
Communications & Public Affairs Fax: +31 (0)485 585392
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